Basierend auf dem A220 Pilot Guide (Stand 15. Juli 2026). Jede Phase zeigt, was zu tun ist, welche Schalterstellung dahintersteht und welche Wortmeldung (Callout) im echten Cockpit dazugehört – die kannst du beim Solo-Flug auch einfach laut mitsprechen, das hilft beim Einprägen.
Für den ersten Flug lohnt es sich, dir die Rahmenbedingungen bewusst leicht zu machen – nicht weil der A220 zickig wäre, sondern damit du die Abläufe lernst und nicht nebenbei noch Sturm, Vereisung und eine 3000-m-Kurzbahn managen musst.
Danach ist die elektronische Checkliste (ECL) verfügbar – ab hier läuft alles über die POWER ON CHECKLIST. Stelle Hydraulik (PTU, HYD 3A/3B, HYD 2B) auf AUTO, Fahrwerkshebel steht ohnehin DN, Schubhebel IDLE, beide Triebwerk-RUN-Schalter OFF.
Entweder GPU anschließen oder APU starten: START-Schalter mind. 3 Sekunden halten, dann zurück auf RUN. Warte, bis der APU-Generator online ist (ELEC-Synoptic-Seite), bevor du weitere elektrische Umschaltungen vornimmst (z. B. GPU trennen).
Drei Reiter, immer in derselben Reihenfolge – daher der Name V-Flow:
MAP Kartendarstellung, Overlays, VSD, Symbologie prüfen → SYN Synoptic-Seiten durchklicken, dabei Sidestick-Test (voller Ausschlag beide Achsen, sauberes Zurückfedern) → CNS Funkfrequenzen, Transponder STBY, Flugnummer setzen.
Das ist der Teil, der beim ersten Mal am meisten Zeit kostet – aber danach hast du das komplette Bedienkonzept verstanden. Feste Reihenfolge:
Der zweite Pilot (bzw. du beim zweiten Durchgang, wenn du dich selbst kontrollierst) geht anschließend exakt dieselbe Reihenfolge nochmal durch und vergleicht Abflugroute/Constraints mit der Departure-Karte.
Beide „Piloten" bestätigen: EICAS/INFO ohne Meldungen, Höhenmesser gesetzt, Anflugminima, Sidestick-Test, Sauerstoffmasken-Test. Dann Abschluss-Callout PREFLIGHT CHECKLIST COMPLETE.
ZFW, MAC-ZFW und PAX aus dem finalen Loadsheet übernehmen, mit FMS – FPLN – FUEL abgleichen (TOW, Trim), Startleistung neu rechnen, V-Speeds aktualisieren.
Nach ENG 1(2) RUN – ON läuft automatisch ab: Motoring bei 12 % N2 für ca. 45 Sekunden, Kraftstoff/Zündung bei 18–20 % N2, Anlasser- und Zündungsabschaltung bei 51 % N2, START-Flag verschwindet, sobald das Triebwerk stabil läuft. Die FADEC bricht den Start selbstständig ab, falls ein Limit überschritten würde.
Ruder- und Sidestick-Vollausschlag jetzt prüfen (Flaps müssen dafür bereits in Position sein). Anti-Ice-Cowl ab 10 °C mit sichtbarer Feuchtigkeit, Anti-Ice-Wing ab 5 °C mit sichtbarer Feuchtigkeit einschalten – bei Erstflug des Tages zusätzlich der Wing-Anti-Ice-Selbsttest (N1 hoch, ANTI-ICE WING ON, PASS abwarten).
Rollgeschwindigkeit statt Dauerbremsen: auf 30 kt Groundspeed beschleunigen, auf 15 kt abbremsen, wiederholen. Steht ihr länger als eine Minute, Parkbremse statt Bremse halten (sonst überhitzen die elektrischen Stellantriebe der Bremsen).
Beim Line-up: Strobes ON, Taxi-Light auf WIDE, Landelichter L&R ON, Kabinensignale einmal AUS/EIN zyklen. FMS-Startbahn auf der Karte gegenchecken (cyan dargestellt).
Im Reiseflug ist wenig zu tun außer FMS-Kontrolle (CTP-Reiter durchgehen, Minima prüfen) und ATIS des Zielflughafens abholen, sobald Empfangsreichweite besteht. Der eigentliche Vorbereitungsaufwand beginnt spätestens 30–40 Minuten vor dem Sinkflug – siehe Phase 11.
Der A220 hat (Stand dieses Guides) keine ausgefeilte VNAV-Sinkflugplanung – nur einen konstanten Vertical-Path-Angle (VPA), den du selbst berechnest und in FMS – PERF – DES einträgst.
Passiert ihr 10.000 ft im Sinkflug: Licht/Gurte an, Höhenmesser spätestens beim Transition Level auf QNH.
Innerhalb von ca. 31 nm stimmt das FMS automatisch die Anflugfrequenz ab („NAV Preview", blau dargestellt). Drückst du APPR auf dem FCP, während NAV-Quelle FMS ist, wechselt die Führung automatisch von FMS auf die tatsächliche Funknavigation (NAV-to-NAV-Transfer), sobald der Anflugkurs erfasst ist. Der Lateralmodus springt dann von „APPR FMS1(2)" auf „APPR LOC1(2)".
Für deinen ersten Flug reicht APPR 1 völlig – du fliegst die Landung ja selbst (siehe Phase 13). Wichtig: NAV-Quelle nicht manuell umschalten, sonst wird der automatische Rücktransfer im Fall eines Fehlanflugs verhindert.
Bei 1000 ft über Flugplatzniveau (AAE): Callout „STABILIZED" oder „NOT STABILIZED" – bei „nicht stabilisiert" gilt: durchstarten, nicht diskutieren.
Autoland ist keine Funktion des normalen Autopiloten, sondern eine eigene, in jedem PFCC (Primary Flight Control Computer) verbaute Funktion – sie arbeitet unabhängig von den beiden AFCS-Kanälen und übernimmt bei einer ILS-Landung ab 2000 ft AGL die Führung direkt vom Flight-Guidance-Rechner.
Fail passive vs. fail operational: Bei LAND 2 (fail passive) darf im Fehlerfall keine gefährliche Fehlfunktion entstehen – der Pilot übernimmt notfalls manuell, deshalb gibt es noch eine Entscheidungshöhe (50 ft). Bei LAND 3 (fail operational) muss die Landung auch nach einem Einzelfehler automatisch sicher zu Ende geführt werden können – deshalb entfällt die Entscheidungshöhe komplett.
Oberhalb von 200 ft AGL („Alert Height") führt jeder Ausfall eines relevanten Systems zum Abbruch. Unterhalb von 200 ft gilt die Maschine als „committed to land" – ein Durchstarten ist nur noch bei wirklich kritischen Ausfällen vorgesehen:
Nach dem Aufsetzen gilt: ohne aktives ROLLOUT bleiben die TOGA-Taster aktiv (Durchstarten geht noch); sobald ROLLOUT aktiv ist, sind sie gesperrt – ein Go-around wäre dann nur noch manuell mit sofortiger Ruderübernahme möglich.
Triebwerke sollten vor dem Abstellen mindestens 3 Minuten (empfohlen 5) nahe Leerlauf (< 40 % N1) laufen. Einmal täglich zusätzlich der Flight-Control-Test (HYD 2B/3B/PTU ON, AVIONIC-Test FLT CTRL, PASS bestätigen, dann alles zurück auf AUTO).
Abschließend Power Off Checklist: ECL DU2, Equipment Cooling OFF, Notbeleuchtung OFF, alle drei Hydrauliksysteme OFF, APU OFF (RPM 0 %, Einlassklappe zu abwarten), zuletzt BATT 1 & 2 OFF.