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Airbus A220 · Erster Flug

Vom kalten Cockpit zum GateEin vollständiger Ablaufplan für deinen ersten Flug – Power-On bis Shutdown, inklusive Autoland CAT II/III

Basierend auf dem A220 Pilot Guide (Stand 15. Juli 2026). Jede Phase zeigt, was zu tun ist, welche Schalterstellung dahintersteht und welche Wortmeldung (Callout) im echten Cockpit dazugehört – die kannst du beim Solo-Flug auch einfach laut mitsprechen, das hilft beim Einprägen.

00

Vorbereitung

vor dem Start des Sims

Für den ersten Flug lohnt es sich, dir die Rahmenbedingungen bewusst leicht zu machen – nicht weil der A220 zickig wäre, sondern damit du die Abläufe lernst und nicht nebenbei noch Sturm, Vereisung und eine 3000-m-Kurzbahn managen musst.

  • Strecke: 45–90 Minuten Flugzeit, z. B. ein Sprung zwischen zwei mittelgroßen Flughäfen. Genug Zeit für einen echten Reiseflug, aber überschaubar.
  • Wetter: CAVOK oder zumindest keine Vereisungsbedingungen (OAT unter 10 °C mit Feuchtigkeit zieht sofort Anti-Ice-Prozeduren nach sich) und Wind unter 15 kt.
  • Ziel-Airport: einer mit ILS CAT I. So erlebst du den automatischen NAV-to-NAV-Transfer und den APPR-Modus, ohne dich gleich mit CAT II/III zu beschäftigen.
  • Startzustand: Cold & Dark (kalt und dunkel) – alle Busse aus, keine Systeme aktiv. Das ist zwar mehr Aufwand als ein Ready-to-fly-Start, aber nur so lernst du den kompletten Power-On-Flow inklusive Walkaround.
  • Autoland: beim ersten Flug bewusst nicht nutzen. Ziel ist, die Modi zu verstehen (siehe Phase 12/13) – die automatische Landung ist ein eigenes Übungsziel für später.
Dark-Cockpit-Prinzip: Der A220 folgt der Philosophie „kein Licht = alles ok". Jeder Schalter in AUTO/Grundstellung leuchtet nicht. Wenn du am Ende der Vorbereitung noch etwas leuchten siehst, ist meist ein Schritt vergessen worden.
01

Power On & Außencheck

PF · PM

Vier Memory-Items (vor jeder Systemspannung)

Power On – von Hand, ohne Checkliste
PARK BRAKEON
BATT 1AUTO
BATT 2AUTO
ECLDU 2

Danach ist die elektronische Checkliste (ECL) verfügbar – ab hier läuft alles über die POWER ON CHECKLIST. Stelle Hydraulik (PTU, HYD 3A/3B, HYD 2B) auf AUTO, Fahrwerkshebel steht ohnehin DN, Schubhebel IDLE, beide Triebwerk-RUN-Schalter OFF.

Stromversorgung herstellen

Entweder GPU anschließen oder APU starten: START-Schalter mind. 3 Sekunden halten, dann zurück auf RUN. Warte, bis der APU-Generator online ist (ELEC-Synoptic-Seite), bevor du weitere elektrische Umschaltungen vornimmst (z. B. GPU trennen).

Außencheck (Walkaround)

  • NAV-Lights (bei Nacht zusätzlich LOGO + WING) einschalten, damit man dich/das Flugzeug sieht.
  • Betankungspanel einrichten, technischen Status kontrollieren.
  • Rundgang: FOD-Freiheit, Steuerflächen frei, alle Öffnungen frei, keine Abdeckungen/Pins mehr drauf, keine Undichtigkeiten, Reifenzustand.
  • Bei Erstflug des Tages: FDRAS-Test (Cockpittür-Fernzugriff) nach dem Rundgang.
02

Cockpit Preparation

CTP-Flow · FCP · Displays
A220 Cockpit-Übersicht mit allen Displays und Bedienpanels
Cockpit-Übersicht: DU 1–5, ISI, CTP, FCP und Pedestal-Panels im Überblick.

Der "V-Flow" am Control Tuning Panel (CTP)

Drei Reiter, immer in derselben Reihenfolge – daher der Name V-Flow:

MAP Kartendarstellung, Overlays, VSD, Symbologie prüfen  →  SYN Synoptic-Seiten durchklicken, dabei Sidestick-Test (voller Ausschlag beide Achsen, sauberes Zurückfedern)  →  CNS Funkfrequenzen, Transponder STBY, Flugnummer setzen.

Flight Control Panel (FCP) – vor dem Erststart

Flight Control Panel (FCP) mit allen Tasten und Drehknöpfen
Flight Control Panel — Speed/HDG/ALT-Räder, Modus-Tastenreihe, Autoland-Phasenanzeigen.
  • SPD: Green-Dot-Speed setzen, Quelle auf FMS-Speed.
  • XFR: auf die Seite des Piloten, der fliegt (Flight Guidance Channel A/B).
  • ALT: erste Freigabehöhe voreinstellen.
  • Nach Abschluss von FMS – PERF – DEP: TOGA + NAV + VNAV drücken (armed diese Modi für den Start), danach Runway-Heading im HDG-Fenster setzen.
Primary Flight Display (PFD) mit allen Anzeigeelementen erklärt
Primary Flight Display — FMA, Speed-/Höhenband, Flight Path Vector, HSI. Diese Anzeige wirst du die ganze Phase über im Blick haben.

Erstflug-des-Tages-Punkte

  • Sauerstoffmasken-Test (SPKR/INT vorher an der ACP aktivieren)
  • Ruderrimm-Test, zentriert prüfen
  • Circuit-Breaker-Status (SYN-Seite)
  • Eisdetektor-Test
Warum das wichtig ist: Diese Prüfungen entfallen bei jedem weiteren Flug desselben Tages (turnaround) – nur beim allerersten Start läuft der volle Umfang.
03

FMS Setup

DBASE → POS → FPLN → PERF → ROUTE

Das ist der Teil, der beim ersten Mal am meisten Zeit kostet – aber danach hast du das komplette Bedienkonzept verstanden. Feste Reihenfolge:

  1. DBASE – Flugzeug-/Triebwerksvariante und Gültigkeit der Navigationsdatenbank prüfen.
  2. POS – FMS-Position, IRS-Ausrichtung, GNSS/VOR-DME-Status durchklicken, RAIM-Verfügbarkeit checken.
  3. FPLN
    • INIT: Flugplan per ACARS hochladen (FPLN UPLINK) oder Route manuell eingeben, dann Startflughafen/Ziel/Rest ergänzen, SEC-Flugplan aktivieren, zuletzt Flugnummer.
    • WIND/TEMP: per Datalink laden oder manuell eintragen (bei manueller Route zuerst die Route eingeben, dann Wind).
    • FUEL: vorläufiges ZFW, CG, PAX, Fuel-on-Board und Taxi-Fuel eintragen.
  4. PERF
    • DEP: Schubmodus, Klappenstellung, Zapfluftquelle, Anti-Ice, Lärmschutzprofil (NADP) und zuletzt V-Speeds. Danach TOGA + NAV + VNAV drücken und Runway-Heading setzen.
    • CLB: Steig-Geschwindigkeitsprofil und -Limits.
    • CRZ: Reiseflug-Geschwindigkeitsprofil.
    • DES: Sink-Geschwindigkeitsprofil und -Limits.
  5. ROUTE
    • VIA/TO: Route eingeben oder per Uplink prüfen – erst den Wegpunkt (TO), dann die Airway (VIA).
    • LEGS: über die FIX-Seite bei Bedarf zusätzliche Referenzpunkte eintragen (z. B. für die OEI-Abflugroute).
Typische Falle: Wenn das tatsächliche Fuel-on-Board vor Abschluss der Betankung von dem auf FPLN – FUEL eingetragenen Wert abweicht, meldet EICAS „FMS FUEL". Ebenso: SET VSPEEDS und TOGA vor Betankungsende oder vor Abschluss von FPLN – INIT führt zu fehlenden V-Speeds mit rotem FD-Flag. In diesem Fall Fuel-on-Board nach der Betankung einfach neu eingeben.

Der zweite Pilot (bzw. du beim zweiten Durchgang, wenn du dich selbst kontrollierst) geht anschließend exakt dieselbe Reihenfolge nochmal durch und vergleicht Abflugroute/Constraints mit der Departure-Karte.

04

Preflight-Checklist & Briefing

Read & Do

Preflight Checklist

Beide „Piloten" bestätigen: EICAS/INFO ohne Meldungen, Höhenmesser gesetzt, Anflugminima, Sidestick-Test, Sauerstoffmasken-Test. Dann Abschluss-Callout PREFLIGHT CHECKLIST COMPLETE.

Departure Briefing (5 Schritte)

  1. Tür zu – störungsfreie Umgebung herstellen.
  2. Plan (Route): geplante Rollstrecke & Hotspots, Startbahn, Standard-Abflugverfahren (SID), erste Freigabehöhe, MSA/MORA, Reservekraftstoff.
  3. Plan (Technik): technischer Status inkl. OEBs, Startleistung, Stoppmarge für Startabbruch, One-Engine-Inoperative-Verfahren, Rückkehr-/Ausweichüberlegungen.
  4. Bedrohungen identifizieren zu beiden Plan-Teilen.
  5. Gegenmaßnahmen und Sonstiges (Low-Vis-Betrieb, geplanter Automatisierungsgrad nach dem Start, Beobachtersitz-Briefing).
Solo-Tipp: Sprich die Punkte 2–5 laut vor dich hin, während du auf die entsprechenden FMS-Seiten schaust. Das ist der Moment, in dem du dir den Flug im Kopf „vorspulst" – macht danach den eigentlichen Flug deutlich entspannter.
05

Before Start & Triebwerkstart

Loadsheet · Start-Sequenz

Finaler Loadsheet

ZFW, MAC-ZFW und PAX aus dem finalen Loadsheet übernehmen, mit FMS – FPLN – FUEL abgleichen (TOW, Trim), Startleistung neu rechnen, V-Speeds aktualisieren.

Before Start Checklist
Takeoff-BriefingComplete
APU / External PowerAs required
SEATBELTSON
DOORSClosed & locked
BEACONON
PARK BRAKEAs required
Bekannte Eigenheit (A220-FOT-21-63-001): Vor dem Triebwerkstart TRIM AIR auf OFF stellen, erst zurück auf AUTO, wenn beide Triebwerke nach dem Start stabil laufen. Beugt einem bekannten Trim-Air-Fehler vor.

Start-Sequenz pro Triebwerk

Nach ENG 1(2) RUN – ON läuft automatisch ab: Motoring bei 12 % N2 für ca. 45 Sekunden, Kraftstoff/Zündung bei 18–20 % N2, Anlasser- und Zündungsabschaltung bei 51 % N2, START-Flag verschwindet, sobald das Triebwerk stabil läuft. Die FADEC bricht den Start selbstständig ab, falls ein Limit überschritten würde.

  • Erst wenn das START-Flag beim ersten Triebwerk weg ist, das zweite starten.
  • Max. Seitenwind 43 kt, max. Rückenwind 18 kt für den Start.
  • Nach 3 Startversuchen oder 4 Minuten durchgehendem Motoring: 30 Minuten Abkühlpause nötig.
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Before Taxi

Flaps · Anti-Ice · Ruder-Check
Before Taxi Checklist (Auszug)
APUAs required
FLAPTake-off-Stellung (FMS)
ANTI-ICE COWLAs required
ANTI-ICE WINGAs required
Flight ControlsChecked
NOSE STEERSelect on

Ruder- und Sidestick-Vollausschlag jetzt prüfen (Flaps müssen dafür bereits in Position sein). Anti-Ice-Cowl ab 10 °C mit sichtbarer Feuchtigkeit, Anti-Ice-Wing ab 5 °C mit sichtbarer Feuchtigkeit einschalten – bei Erstflug des Tages zusätzlich der Wing-Anti-Ice-Selbsttest (N1 hoch, ANTI-ICE WING ON, PASS abwarten).

07

Taxi, Before Takeoff & Line-up

"CLEAR LEFT/RIGHT SIDE"

Rollgeschwindigkeit statt Dauerbremsen: auf 30 kt Groundspeed beschleunigen, auf 15 kt abbremsen, wiederholen. Steht ihr länger als eine Minute, Parkbremse statt Bremse halten (sonst überhitzen die elektrischen Stellantriebe der Bremsen).

Before Takeoff Checklist
APU BLEEDOFF wenn OAT ≤ 15 °C
FMSSet
TrimsSet
FLAPSet
AUTOBRAKEAs required
CabinReady
RunwayBestätigt

Beim Line-up: Strobes ON, Taxi-Light auf WIDE, Landelichter L&R ON, Kabinensignale einmal AUS/EIN zyklen. FMS-Startbahn auf der Karte gegenchecken (cyan dargestellt).

aktiv / bestätigt manuell gewählter Wert FMS-verwaltet Achtung / bedingt
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Takeoff

55 % N1 → V1 → VR → Gear up
Take-off and Go-around Mode Diagramm mit FMA-Anzeigen
Take-off & Go-Around Mode — welche FMA-Anzeigen wann erscheinen, inkl. HOLD-Modus der Autothrottle.

Ablauf

  • Autothrottle ARM → FMA zeigt „THRUST" weiß
  • Schub auf 55 % N1 beider Triebwerke stabilisieren
  • Schub weiter erhöhen, bis AT übernimmt → „THRUST" grün
  • Bei 80 kt: Geschwindigkeitsanzeigen beider PFDs vergleichen
  • V1: automatischer Callout, Hand geht von den Schubhebeln
  • VR: mit 3–5°/s Richtung Pitch Target Marker rotieren, dann dem Flight Director folgen

Danach

  • Positive Steigrate → GEAR UP
  • 200 ft AGL: NAV ist am Boden armed, wird jetzt aktiv → FMA „FMS 1(2)"
  • 400 ft AGL: Autothrottle geht in HOLD (übernimmt Schubhebel nicht), Hand bleibt an den Hebeln
  • Beschleunigungshöhe: FLC bestätigen (bzw. VNAV aktiv → „VFLC"), Klappen der Reihe nach einfahren (F3 → F2 → F1 → F0), jeweils bei erreichter F-Speed
  • Klappen 0 & über Green-Dot-Speed → AFTER TAKEOFF CHECKLIST
Wichtig zu wissen: TO-Modus hält nach dem Start die Startbahn-Heading – er folgt nicht automatisch dem HDG-Bug. Erst beim Erreichen von 400 ft wählst du bewusst einen Lateralmodus (z. B. HDG oder eben NAV, falls am Boden nicht armed).
09

Climb

STD-Höhenmesser · 10.000 ft · High-Altitude-Check
  • Transition Altitude: spätestens beim Durchgang Höhenmesser auf STD stellen (Callout „SET STANDARD" / „STANDARD SET").
  • 10.000 ft: Logo-, Wing-, Taxi- und Landelichter aus, Anschnallzeichen auf AUTO.
  • Vor 35.000 ft: HIGH ALTITUDE CLIMB CHECKLIST – Wing-Anti-Ice muss OFF sein. Bleibst du in Vereisungsbedingungen beim Erreichen von 35.000 ft, muss der Steigflug gestoppt werden (sonst droht Triebwerksgondel-Überhitzung mit Feuerwarnung).
  • 1000 ft vor Levelling: max. 1000 ft/min Steigrate, „sterile cockpit" bis Level-off abgeschlossen ist.
Green Dot Speed: liefert das maximale Steiggradient / minimalen Widerstand – nutze sie als Referenz z. B. beim Warten in einer Warteschleife.
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Cruise

Anflugvorbereitung beginnt hier

Im Reiseflug ist wenig zu tun außer FMS-Kontrolle (CTP-Reiter durchgehen, Minima prüfen) und ATIS des Zielflughafens abholen, sobald Empfangsreichweite besteht. Der eigentliche Vorbereitungsaufwand beginnt spätestens 30–40 Minuten vor dem Sinkflug – siehe Phase 11.

Denk voraus: Trage schon jetzt Vor-Ort-Werte (RWY-Wind, QNH, OAT) ein, sobald ATIS vorliegt – dann bleibt beim Sinkflug mehr Kopfkapazität für die eigentliche Flugführung.
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Descent Planning

FMS – PERF – ARR · Top of Descent
Energy Management Diagramm mit Sinkflugprofil und Geschwindigkeitsreduktion
Energy Management — das komplette Sinkflugprofil von 35.000 ft bis zur Schwelle, mit VPA-Faustregeln und Beispielrechnung.

FMS-Vorbereitung (PERF – ARR)

  1. Anflug, Landebahn und Anflugtyp wählen, Transitions setzen
  2. ARRIVAL DATA: RNP oder LPV auswählen
  3. Bei OAT ≤ 0 °C: TEMP COMP aktivieren (korrigiert die Anflugminima)
  4. OAT, Bahnwind, QNH eintragen
  5. Landeklappenstellung setzen, VREF-Zuschläge eintragen (Autothrottle +5 kt, halber Böenwert, zusammen max. 10 kt)
  6. SET VSPEEDS

Top of Descent – Faustregeln

Der A220 hat (Stand dieses Guides) keine ausgefeilte VNAV-Sinkflugplanung – nur einen konstanten Vertical-Path-Angle (VPA), den du selbst berechnest und in FMS – PERF – DES einträgst.

  • Distanz ↔ Höhe: 3 nm pro 1000 ft (z. B. 10.000 ft → 30 nm vor dem Punkt sinken beginnen).
  • Geschwindigkeit reduzieren: im Level Flight 10 kt pro 1,0 nm, in FLC 10 kt pro 1,5 nm.
  • Ziel: 1500–2000 ft unterhalb des VNAV-Profils liegen, bevor die Geschwindigkeitsreduktion beginnt – das schafft Puffer für Konfiguration und Verzögerung.

Sink-Schema (Beispiel)

Speed / Konfiguration während des Sinkflugs
Top of DescentVNAV aus, FLC wählen
12.000 → 11.000 ftauf 250 kt reduzieren
25–15 nm200 kt, Flap 1
vor Glideslope-InterceptFlap 2, 180 kt
spätestens 6 nm / 2000 ft AGLGear down, Flap 3/4(5)
spätestens 4 nm160 kt → VAPP
Faustformel für die VPA: 3,0° bei 55 t Landegewicht, +0,2° pro 5 t leichter, −0,1° pro 5 t schwerer, +0,1° pro 10 kt Gegenwind, −0,1° pro 10 kt Rückenwind, −0,2° bei erwarteter Enteisungsnutzung.

Passiert ihr 10.000 ft im Sinkflug: Licht/Gurte an, Höhenmesser spätestens beim Transition Level auf QNH.

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Approach

NAV → APPR · ASA-Anzeige
Approach Modes Diagramm mit ILS- und RNP-Anflug-FMA-Anzeigen
Approach Modes — NAV-to-NAV-Transfer, ASA-Anzeigen und der Unterschied zwischen ILS- und RNP-Anflug.

Was auf dem FMA passiert

Innerhalb von ca. 31 nm stimmt das FMS automatisch die Anflugfrequenz ab („NAV Preview", blau dargestellt). Drückst du APPR auf dem FCP, während NAV-Quelle FMS ist, wechselt die Führung automatisch von FMS auf die tatsächliche Funknavigation (NAV-to-NAV-Transfer), sobald der Anflugkurs erfasst ist. Der Lateralmodus springt dann von „APPR FMS1(2)" auf „APPR LOC1(2)".

Approach Status Annunciator (ASA) – was die Kürzel bedeuten

  • APPR 1 – CAT-I-fähig (kein Autoland)
  • APPR 2 – CAT-II-fähig (kein Autoland)
  • LAND 2 – Autoland CAT IIIA (fail passive)
  • LAND 3 – Autoland CAT IIIB (fail operational)

Für deinen ersten Flug reicht APPR 1 völlig – du fliegst die Landung ja selbst (siehe Phase 13). Wichtig: NAV-Quelle nicht manuell umschalten, sonst wird der automatische Rücktransfer im Fall eines Fehlanflugs verhindert.

Descent & Approach / Before Landing Checklist (Kern)
Anti-Ice Wing (< 35.000 ft)AUTO
FMSSet
MinimaMDA / DH gesetzt
AUTOBRAKEAs required
Approach-BriefingComplete

Stabilisierter Anflug

Bei 1000 ft über Flugplatzniveau (AAE): Callout „STABILIZED" oder „NOT STABILIZED" – bei „nicht stabilisiert" gilt: durchstarten, nicht diskutieren.

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Autoland – wie CAT II/III wirklich funktioniert

LAND 2 / LAND 3 · ALIGN → FLARE → RETARD → ROLLOUT

Autoland ist keine Funktion des normalen Autopiloten, sondern eine eigene, in jedem PFCC (Primary Flight Control Computer) verbaute Funktion – sie arbeitet unabhängig von den beiden AFCS-Kanälen und übernimmt bei einer ILS-Landung ab 2000 ft AGL die Führung direkt vom Flight-Guidance-Rechner.

Autoland Diagramm mit FMA-Sequenz ALIGN/FLARE/RETARD/ROLLOUT und ASA-Anzeigen
Autoland — die komplette FMA-Sequenz nach Höhe, die ASA-Kürzel und die PFD-Ansicht kurz vorm Aufsetzen.

Die vier Phasen einer Autoland-Landung

2000 ft AGL
Übergabe an die PFCC. FMA zeigt „APPR LOC" ohne die 1/2-Kennung – ab hier läuft die Präzisionsführung nicht mehr über die AFCS-Kanäle, sondern direkt über die Flugsteuerungsrechner.
1500–800 ft AAE
Der Approach Status Annunciator (ASA) zeigt jetzt die höchste tatsächlich verfügbare Landefähigkeit an: LAND 2 oder LAND 3. Das setzt Landekonfiguration und eingeschalteten Autopiloten voraus.
200–150 ft AAE
ALIGN wird aktiv – die laterale Ausrichtung auf die Bahnachse beginnt, bei Seitenwind wird bereits jetzt de-crabt (die Nase Richtung Bahnachse gedreht). Bleibt ALIGN aus: „NO ALIGN" → Durchstarten.
65 ft AGL
FLARE wird aktiv – das eigentliche Abfangen der Sinkrate vor dem Aufsetzen, vertikal gesteuert durch die PFCC. Bleibt FLARE aus: „NO FLARE" → Durchstarten.
20 ft AGL
RETARD wird aktiv – die Schubhebel werden automatisch in Richtung Leerlauf gezogen. Ohne RETARD: Autothrottle manuell trennen, Schubhebel auf IDLE.
2 s nach Bodenkontakt
ROLLOUT übernimmt die Bugradsteuerung auf der Mittellinie. Ab jetzt sind die TOGA-Taster gesperrt – ein Durchstarten wäre nur noch manuell möglich. Lenkrad- oder Ruderpedal-Eingabe trennt den Autopiloten automatisch.
unter 30 kt GS
ROLLOUT-Führungsbalken verschwindet, die Landung ist geflogen – ab hier normal weiterrollen.

Kategorien im Überblick

Approach Status Annunciator
APPR 1 – CAT IDH 200 ft · kein Autoland
APPR 2 – CAT IIDH 100 ft · Autoland möglich, wenn LAND 2 gezeigt wird
LAND 2 – CAT IIIADH 50 ft · fail passive · Autoland Pflicht
LAND 3 – CAT IIIBkein DH · fail operational · Autoland Pflicht

Fail passive vs. fail operational: Bei LAND 2 (fail passive) darf im Fehlerfall keine gefährliche Fehlfunktion entstehen – der Pilot übernimmt notfalls manuell, deshalb gibt es noch eine Entscheidungshöhe (50 ft). Bei LAND 3 (fail operational) muss die Landung auch nach einem Einzelfehler automatisch sicher zu Ende geführt werden können – deshalb entfällt die Entscheidungshöhe komplett.

Was die Autoland-Fähigkeit voraussetzt (Auszug)

  • Triebwerke: CAT III ausschließlich zweimotorig, nur trockene/nasse Bahn bis MLW.
  • Redundanz: 2 Autopiloten eingeschaltet (statt 1), 2 Flight Director, 2 Funkhöhenmesser, 3 IRS, 4 ADS-Sensoren – die Doppel-/Dreifach-Auslegung ist der eigentliche Grund, warum CAT III so viel Systemgesundheit voraussetzt.
  • Bahnbreite: mindestens 45 m für Autoland.
  • Wind: max. 25 kt Gegenwind, 15 kt Seitenwind, 10 kt Rückenwind (etwas mehr erlaubt, wenn zusätzlich CAT-I-Ausrüstung vorhanden ist).
  • Max. Landedruckhöhe: 8466 ft.

Die 200-ft-Alert-Height-Regel

Oberhalb von 200 ft AGL („Alert Height") führt jeder Ausfall eines relevanten Systems zum Abbruch. Unterhalb von 200 ft gilt die Maschine als „committed to land" – ein Durchstarten ist nur noch bei wirklich kritischen Ausfällen vorgesehen:

  • Autopilot-Diskonnekt oder -Fehler
  • „NO AUTOLAND" auf dem ASA
  • „NO ALIGN" bei 150 ft AGL
  • „NO FLARE" bei 65 ft AGL

Nach dem Aufsetzen gilt: ohne aktives ROLLOUT bleiben die TOGA-Taster aktiv (Durchstarten geht noch); sobald ROLLOUT aktiv ist, sind sie gesperrt – ein Go-around wäre dann nur noch manuell mit sofortiger Ruderübernahme möglich.

Down-mode vs. Down-grade: Fällt die Anzeige z. B. von LAND 3 auf LAND 2, ist das nur dann ein „Down-grade", wenn die Crew tatsächlich eine CAT-IIIB-Landung geplant hatte. Hatte sie ohnehin nur CAT II oder CAT IIIA vorbereitet, ist derselbe Wechsel lediglich ein „Down-mode ohne Down-grade" – und die Landung kann fortgesetzt werden. Diese Unterscheidung entscheidet, ob unterhalb 1000 ft AAE weitergeflogen werden darf oder durchgestartet werden muss.
Für deinen ersten Autoland-Versuch: Wähle bewusst ein ruhiges Wetter (kein Grund, gleich echtes Nullsicht-CAT-III zu simulieren) und beobachte v. a. den ASA-Wechsel zwischen 1500–800 ft AAE sowie die vier Phasen ALIGN/FLARE/RETARD/ROLLOUT auf dem FMA. Erst wenn du diese Kette einmal in Ruhe gesehen hast, ergibt eine echte Nullsicht-Übung Sinn.
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Landing

manuell – Autopilot spätestens 80 ft aus

Kurz vor der Landung

  • Spätestens bei 80 ft AGL: AUTOPILOT OFF (AP/PTY-Taste zweimal – zweiter Druck quittiert die Diskonnekt-Warnung)
  • Bei 30 ft: Abfangen (Flare) beginnen
  • Bank > 7,0° oder Pitch > 7,5°/< 0°: Callout „BANK" bzw. „PITCH"

Nach dem Aufsetzen

  • Bugrad langsam absenken
  • Schubhebel IDLE REV, auf Reverser-Freigabe warten, dann Reverse nach Bedarf
  • Bei 80 kt: manuelles Bremsen möglich (Autobrake per Bremspedal-Druck trennen)
  • Bei 60 kt: zurück auf Reverse-Idle (automatischer Cutback)
Geometrie beachten: Bankwinkel > 15° kann die Triebwerksgondel aufsetzen lassen, Pitch > 10° kann das Heck aufsetzen lassen – bei Böen also nicht übertrieben nachkorrigieren.
Warum manuell zuerst? Autoland ist technisch faszinierend, verschleiert dir beim ersten Mal aber genau das Handling-Gefühl (Flare, Trimm, Speed-Trim-Verhalten), das du gerade lernen willst. Sobald Landung und ASA-Anzeigen sitzen, ist eine CAT-III-Autoland-Übung der logische nächste Schritt.
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Taxi-in & Shutdown

Rollbahn frei → Parkposition → Aus
After Landing Checklist
APU BLEEDOFF (bis beide Triebwerke aus)
APUAs required
STROBESOFF
Landing LightsOFF
FLAP0
Shutdown Checklist
PARK BRAKEON
NOSE STEEROFF
L / R ENG RUNOFF (nach ≥3 min nahe Idle)
BEACONOFF

Triebwerke sollten vor dem Abstellen mindestens 3 Minuten (empfohlen 5) nahe Leerlauf (< 40 % N1) laufen. Einmal täglich zusätzlich der Flight-Control-Test (HYD 2B/3B/PTU ON, AVIONIC-Test FLT CTRL, PASS bestätigen, dann alles zurück auf AUTO).

Abschließend Power Off Checklist: ECL DU2, Equipment Cooling OFF, Notbeleuchtung OFF, alle drei Hydrauliksysteme OFF, APU OFF (RPM 0 %, Einlassklappe zu abwarten), zuletzt BATT 1 & 2 OFF.

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Beginner-Fallen & Cheat-Sheet

Das, was beim ersten Mal am meisten verwirrt
  • „LNAV" heißt hier NAV: Der Lateral-Modus für FMS-Führung wird über den NAV-Taster armed – je nach aktiver Quelle FMS, VOR oder LOC. VNAV ist ein eigener Taster, aktives VNAV erkennst du am vorangestellten „V" (z. B. „VS" → „VVS").
  • Kein Sidestick-Force-Feedback wie im echten A320: Der A220 hat eine Speed-Trim-Anzeige auf dem Speedband – bei neutralem Sidestick pendelt die Maschine (Phygoid) um diese Trimm-Geschwindigkeit, ganz wie ein konventionelles Flugzeug. Das ist bewusst so designt und kein Bug.
  • Der A220 ist technisch kein „echter" Airbus: Rockwell-Collins-Avionik aus der Bombardier-CSeries-Zeit, keine Load-Factor-Gesetze wie A320/A330 – daher wirkt vieles am FCP eher wie bei Boeing/Embraer.
  • VNAV plant keine echte Sinkflugkurve: nur ein konstanter Winkel (VPA), keine Berücksichtigung von Gewicht/Wind/Temperatur bei der Streckenplanung. Deshalb die Faustregeln in Phase 11 selbst im Kopf behalten.
  • Callouts sind fürs Solo-Fliegen optional – aber laut mitsprechen hilft beim Einprägen der FMA-Wechsel und schult das Muster „was passiert gerade automatisch, was muss ich selbst wählen".
  • Autoland (LAND 2 / LAND 3) ist ein eigenes Übungsziel – nicht Teil des ersten Fluges, aber jetzt weißt du, worauf du beim ASA achten musst, wenn du es das nächste Mal versuchst.