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McDonnell Douglas MD-11 (TFDi) · Systeme

Systeme & Verfahren — die Panels im Detail

Forward Panel, Overhead Panel und Pedestal Schalter für Schalter, plus wie das QRH aufgebaut ist und was die Extended-Simulation-App macht. Für den chronologischen Ablauf eines Fluges siehe den Erster-Flug-Guide.

Zusammengefasst aus der offiziellen TFDi-Design-Dokumentation (docs.tfdidesign.com/md11). Nicht für den echten Flugbetrieb — für Flugsimulator und Lernzwecke.

TEIL 1

Forward Panel

Flight Control Panel (FCP)

Kurs & Bank-Limit

HDG/TRK-Umschalter wählt zwischen Steuerkurs- und Track-Anzeige. Der HDG/TRK-Wahlknopf (innen) voreinstellt in 1°-Schritten; ziehen übernimmt den voreingestellten Wert und trennt den NAV-Modus; drücken hält den aktuellen Kurs (geht automatisch in HDG/TRK HOLD über, sobald erfasst). Der Bank-Angle-Limit-Wahlknopf (außen) wählt 5–25° in 5°-Schritten, AUTO variiert das Limit je nach Geschwindigkeit.

NAV-Modus

Der NAV-Schalter armiert den FMS-Kurserfassungsmodus. NAV-Führung ist ab 100 ft AGL im FD-Modus aktiv, für den Autopiloten (AP NAV) erst ab 400 ft AGL.

Geschwindigkeit

IAS/MACH-Anzeigefenster: 100–499 KIAS bzw. M 0,500–0,900, zeigt Striche bei FMS-Geschwindigkeitskontrolle. IAS/MACH-Umschalter wechselt die Anzeigeart, der Wahlknopf stellt in 1-kt- bzw. 0,001-Mach-Schritten ein. Bei 26.000 ft schaltet die Anzeige automatisch auf Mach um, sofern kein Mach-Wert voreingestellt wurde. Der FMS-SPD-Schalter wählt die armierte FMS-Geschwindigkeit; innerhalb 10 Sekunden nach Voreinstellung lässt sich der FMS-Geschwindigkeitswert noch editieren.

Höhe

FEET/METER-Umschalter wählt die Anzeigeeinheit. Höhen-Anzeigefenster: 0–50.000 ft, zeigt beim Start 10.000 ft, bleibt leer bei Luftdatenrechner-Ausfall. Der Höhen-Wahlknopf arbeitet in 500-ft-Schritten oberhalb 10.000 ft, 100-ft-Schritten darunter (1-ft-Präzision bei gewähltem BARO für MDA-Werte). Ziehen aktiviert Flight-Level-Change, Drücken aktiviert Altitude-Capture/Hold. Der PROF-Schalter aktiviert die vertikale FMS-Profilführung — bleibt ab 400 ft AGL beim Start bis 50 ft bei der Landung eingekuppelt.

Vertikalgeschwindigkeit

V/S-FPA-Umschalter wechselt zwischen Vertikalgeschwindigkeit (fpm) und Flugbahnwinkel (Zehntelgrad). Das Pitch-Rad ändert in 100-fpm- bzw. 0,1°-FPA-Schritten pro Raste.

Anflug & Landung

Der APPR/LAND-Schalter armiert Anflug- und Landemodi (setzt ein abgestimmtes ILS voraus). Der AUTO-FLIGHT-Schalter kuppelt sowohl Autothrottle als auch einen Autopiloten ein — am Boden nur die Autothrottle. Unterhalb 100 ft kuppelt sich der AP nicht mehr neu ein (außer bereits oberhalb 100 ft in LAND/GA aktiv).

Hydraulikbedarf der Autopiloten
AP 1System 2 (Flugsteuerung) + System 3 (automatische Pitch-Trimm)
AP 2System 1 (Flugsteuerung + automatische Pitch-Trimm)

Die AFS-OVRD-OFF-Schalter trennen im Notfall (amber/graue Balken erscheinen). Weiterhin aktiv bleiben: Höhenwarnung, automatische Bodenspoiler, Stall-Warnung, Yaw-Damping. Deaktiviert werden: Roll Control Wheel Steering und Geschwindigkeitsschutzfunktionen.

EIS Control Panel

Navigationsdisplay-Modi

MAG/TRUE-Umschalter wählt die Nordreferenz. VOR-Modus zeigt vollen Kompassring + CDI. APPR-Modus liefert ILS-CDI-Daten ohne TO/FROM. TCAS-Modus zeigt 2-nm-Ringe, automatische Reichweite bis 10 nm. WX-BRT-Knopf wechselt zwischen Wetterradar und Terrain-Anzeige und regelt die Helligkeit. Range INCR/DECR stellt die Kartenreichweite in Stufen 10/20/40/80/160/320 nm.

Weitere Anzeige-Wahlschalter: PLAN (Nord-oben-Flugplandarstellung), MAP (Wegpunkte/Flughäfen/Navaids/Wetterradar außerhalb des Flugplans), TRFC (permanente TCAS-Verkehrsanzeige), DATA (Wegpunktkennung, Cross-Track-Abweichung, Restriktionen), WPT, VOR/NDB, ARPT (nur Flughäfen mit ≥5.000 ft Bahnlänge).

Baro-Einstellungen

IN/HP-Umschalter wählt Zoll-Quecksilbersäule oder Hektopascal. BAROSET-Knopf: innerer Ring stellt den Wert, äußerer Ring wählt QFE/QNH; Ziehen wählt Standard (29,92/1013,2 hPa).

QFE ist beim TFDi-MD-11 deaktiviert.

Der MINIMUMS-Knopf setzt RA-Minima (linkes Dreieck am Höhenband) und BARO-Minima (rechts); Drücken setzt den PFD-DH-Alarm zurück und schaltet die akustische Warnung stumm.

Standby-Instrumente & Gear Handle Panel

Standby-Fluglageanzeige

Roll-Zeiger, Roll-Skala (10°/20°-Schritte, dann große Marken bei 30/45/60°), fest montiertes Miniaturflugzeug, Arretierknopf (Ziehen richtet den Kreisel in Pitch/Roll neu auf), Schiebe-/Rutsch-Anzeige (Ball). Höhenanzeige: −1.000 bis 50.000 ft in 1.000-ft-Schritten (grünes Feld unter 10.000 ft, rotes Feld unter Meereshöhe), 100-Fuß-Zeiger gegen eine graduierte Kreisskala. IAS-Anzeige zeigt unkorrigierte Fahrt.

Gear Handle Panel

Der Fahrwerkshebel positioniert mechanisch das Hydraulik-Steuerventil für Ein-/Ausfahren. Um ihn aus UP oder DOWN zu bewegen, muss er nach hinten gezogen werden (max. 160 lbs Kraft). Bei Ausfall des Fahrwerk-Trimmsystems lässt er sich nicht mehr auf UP stellen.

Fahrwerksleuchten: Grün = unten und verriegelt. Rot = nicht unten/verriegelt, in Bewegung oder unsicher. Aus = Hebel oben und Fahrwerk oben/verriegelt. Beide Farben = Wartungs-Sicherungshaken installiert.

Der CTR-GEAR-NORM/UP-Schalter steuert das Ausfahren des mittleren Fahrwerksbeins; UP verhindert das Ausfahren und unterdrückt die zugehörigen Warnschaltkreise. Der Handle-Rel-Knopf löst den Anti-Retraction-Mechanismus für manuelles Ausfahren, falls die bodenseitige Freigabe ausfällt.

TEIL 2

Overhead Panel

Cargo Fire, IRS & Sonstiges

Cargo Fire Panel

Hitze-/Rauchmelder leuchten bei Detektion im unteren Fracht­raum (vorn/hinten) und schalten automatisch die Lüfter ab. Ein DISAG-Licht zeigt Lüfter-Uneinigkeit; Schalterdruck löscht DISAG und zeigt OFF, verhindert den automatischen Neustart der Lüfter. Zwei Löschflaschen pro Frachtraum: Flasche 1 blinkt initial, Flasche 2 blinkt ca. 90 Minuten nach der ersten Entladung. Cargo-Fire-Test läuft automatisch beim ersten IRS-Wahlschalter-Wechsel von OFF auf NAV; manuell auslösbar, falls der Autotest fehlschlägt.

IRS-Panel

IRS-Wahlschalter von OFF auf NAV startet eine 10-minütige Ausrichtung. Das System berechnet den Breitengrad aus der Erdrotation und vergleicht ihn mit den FMS-INIT-Koordinaten — eine deutliche Abweichung führt zu einer fehlgeschlagenen Ausrichtung. Schnellausrichtung: NAV → OFF → innerhalb 5 Sekunden zurück auf NAV ermöglicht eine ca. 3-minütige Ausrichtung mit vorhandener Lage/Kurs.

NAV-OFF-Licht
AusAusrichtung abgeschlossen, NAV-Modus aktiv
DauerlichtSystem aus, im Align-Modus, oder fehlgeschlagen
BlinkendPosition nicht innerhalb 10 Min. eingegeben, Breitengrad-Abweichung, oder Bewegung während Ausrichtung
Kein Streckenupdate: Das IRS erhält im Flug keine Positionskorrektur. Eine falsche Anfangsposition bleibt für den gesamten Flug als Fehler bestehen.

CVR/GEN-BUS-Panel & Sonstiges

GEN-BUS-FAULT-RESET ist eine reine Wartungsfunktion, von der Flugbesatzung nicht zu benutzen. CVR-Test verlangt mindestens Pegel 8; Löschen (ERASE) nur am Boden mit gesetzter Parkbremse möglich. ANNUN BRT/DIM regelt die Helligkeit aller Anzeigeleuchten im Cockpit; ANNUN TEST leuchtet beim Drücken alle Leuchten, hält man ca. 5 Sekunden, startet der CAWS-Test.

FADEC & Engine Fire

FADEC (Full Authority Digital Engine Control)

Steuert Beschleunigung auf Idle, Beschleunigungs-/Verzögerungsbegrenzung, verfügbaren Schub, Leerlaufdrehzahlen, Verdichterluftstrom, Schubsteuerung nach Schubhebelstellung sowie Schutz vor Überschreitung von N1/N2/Druck/Schublimits. Zweikanalig: jede ECU/EEC hat zwei CADC-Eingänge mit Cross-Talk — Normalbetrieb bleibt auch bei Einzelkanalausfall erhalten. Fallen beide CADC-Eingänge beider Kanäle aus, schaltet die FADEC in den ALTN-Modus — dieses interne Schema kann den Schub erhöhen, aber nie verringern.

Zündquellen: Ign A vom linken Notbus, Ign B vom rechten Notbus. Der Engine-Ignition-Schalter wählt den AUTO-Zündmodus, löscht das ENG-IGN-OFF-Licht, legt 28 V DC an die Start-Schalter, schärft die Zünder, befiehlt der APU 100 %, bereitet EAD-Startanzeigen vor, konfiguriert das Kraftstoffsystem und schaltet die Packs kurzzeitig ab (Neustart nach 2 Minuten, falls Triebwerk nicht gestartet).

Continuous Ignition (Auto): automatisch aktiv beim Start, beim Start/Take-off (TLA >70° bis Slats eingefahren), bei der Landung (Slats/Flaps/Gear ausgefahren) und 60 Sekunden nach Triebwerksstart. Der OVRD-Schalter schaltet beide Zünder aller Triebwerke ein und umgeht die automatische Zündsteuerung.

Engine Fire Panel

Der Feuerhebel leuchtet bei Überhitzung/Feuer in der Triebwerksgondel. Ziehen bewirkt: Alarm stumm, Generatorfeld getrennt, Hydraulik-Feuerabsperrventil zu, Kraftstoff-Feuerabsperrventil zu. Drehen nach dem Ziehen entlädt das Löschmittel in die Gondel. AGT-LOW leuchtet nach Entladung der zugehörigen Flasche. Die FUEL-Schalter leuchten rot bei Feueralarm/-test und bleiben es, bis die Warnung endet und der Schalter auf OFF steht.

Hydrauliksystem

Mindest-Dispatch-Mengen: System 3 = 6 Gallonen, Systeme 1 & 2 = 4,75 (5,25 gewünscht). HYD QTY LOW: ab 4,74 Gallonen am Boden bzw. 2,5 Gallonen im Flug. HYD SYS FAIL: ab 1 Gallone.

Non-Reversible Motor Pumps (NRMP): 2-1-NRMP versorgt oberes Ruder und Stabilizer-Trimm bei System-1-Verlust; 3-2-NRMP versorgt unteres Ruder bei System-2-Verlust.

Autopilot-Empfehlung nach Systemausfall
System 1 verlorenAP 1 nutzen
System 2 verlorenAP 2 nutzen
System 3 verlorenAP 2 nutzen (Einschränkung bei Stab-Trimm-Steuerung)

Das Sioux-City-Valve schließt bei 4,75 Gallonen, um genug System-3-Flüssigkeit für Pitch-/Roll-Steuerung über Stabilizer-Trimm und Querruder zu erhalten — benannt nach dem historischen Vorfall, bei dem der komplette Hydraulikverlust genau dieses Szenario auslöste.

SYS-PRESS-Licht: leuchtet bei zu hohem oder zu niedrigem Hydraulikdruck (<2400 oder >3500 psi). Pumpenschalter L/R: L PUMP schaltet die triebwerksgetriebene Pumpe im Manuell-Modus, R PUMP armiert die Backup-Pumpe; FAULT bei niedrigem Druck (<2400) oder hoher Gehäusetemperatur (>245°). AUX PUMP beaufschlagt System 3, automatisch oder manuell auslösbar.

Elektrisches System

Bus-Prioritäten
AC-Gen-Bus1. zugehöriger IDG → 2. APU-Generator → 3. AC-Tie-Bus
AC-Tie-Bus1. Bodenstrom → 2. beliebiger IDG

13 BUS-OFF-Leuchten, je eine pro unversorgtem Bus. BAT-Schalter verbindet/trennt die Batterie vom Batteriebus und Ladegerät (Auto/Manuell). AC-TIE-Schalter steuert das Bus-Tie-Relais. EXT-PWR-Schalter: AVAIL leuchtet bei verfügbarem Bodenstrom, ON bei aktiver Einspeisung in den AC-Tie-Bus.

ADG-ELEC-Schalter: aus (Standard) versorgt den linken Not-AC-Bus und die elektrische Hilfshydraulikpumpe 1; ON versorgt beide Not-AC/DC-Busse, Batterieladegerät und Batteriebus.

SMOKE-ELEC/AIR-Schalter isoliert Elektrik- und Luftsysteme in mehreren Konfigurationen (NORM, 3/1 OFF, 2/3 OFF, 1/2 OFF) — Teil des Rauch-/Elektrik-Isolationsverfahrens.

APU-PWR-Schalter startet die APU und versorgt die Generatorbusse; AVAIL blinkt bis 95 % N, Dauerlicht bei Bereitschaft zur Stromübernahme. DRIVE-Schalter trennt den IDG; FAULT bei hoher Öltemperatur, niedrigem Öldruck oder Temperaturdifferenz außerhalb der Grenzen. EMER-PWR-Wahlschalter: OFF sperrt die Versorgung, ARM erlaubt automatische Umschaltung bei Stromausfall, ON versorgt über Batterie/Wechselrichter.

Air System & APU

Klimaanlage

Temperaturregelung Cockpit/Purser/Frachtraum verstellbar 65–85° (Mitte 75°). OFF schließt das Trim-Air-Ventil, COLD fährt alle Packs auf volle Kälte, HOT fügt Warmluft hinzu. PACK-Schalter steuert das Pack-Flow-Ventil im Manuell-Modus; TRIM-AIR-Schalter öffnet/schließt die Trim-Air-PRVs. AVNCS-OVHT (amber) zeigt Avionikraum-Überhitzung (Verdacht auf Kanalbruch) — braucht Wartungsreset.

BLEED-AIR-PRESS/OFF-Schalter steuert das Triebwerks-Zapfluftventil im Manuell-Modus; PRESS leuchtet bei niedrigem Druck (<11 psi). ECON-Schalter: CAB-ALT leuchtet, wenn die Kabinenhöhe 9.500 ft übersteigt. 1-2-ISOL / 1-3-ISOL-Schalter öffnen/schließen Isolationsventile; DISAG bei Ventilübergang oder Uneinigkeit.

NO MASKS leuchtet, wenn die Kabine sich 15.000 ft nähert und die Crew-Rest-Masken noch nicht ausgefahren sind; 3 Sekunden halten löst die Masken manuell aus.

APU-Panel

Einsatzbereich: Start bis 25.000 ft, Betrieb (nur elektrisch) bis 30.000 ft. Automatische Abschaltgründe: Overspeed, Verlust des N1-/N2-Signals, hohe EGT oder EGT-Signalverlust, niedriger Öldruck, hohe Öltemperatur, kein Zündungserfolg, langsamer Start, umgekehrter Zapfluftstrom, Einlasstürprobleme, Feuerwarnung, oder Verlust der DC-Versorgung.

Der APU-Feuerhebel löst die Notabschaltung aus und schärft das Löschmittel; im Uhrzeigersinn drehen entlädt Flasche 1 (geteilt mit Triebwerk 2), gegen den Uhrzeigersinn Flasche 2. START/STOP-Schalter: ON blinkt während des Starts, Dauerlicht bei Bereitschaft. Statusleuchten: FUEL (niedriger Kraftstoffdruck), DOOR (Einlasstür nicht korrekt), FAIL (Start nicht möglich).

LSAS — Longitudinal Stability Augmentation System

Der MD-11 ist kein Fly-by-Wire-Flugzeug — die Steuerung ist klassisch hydromechanisch, LSAS ergänzt sie nur um Stabilitäts- und Schutzfunktionen in der Pitch-Achse (daher Longitudinal, nicht lateral). Historisch bekannt, weil ein Totalausfall aller drei Hydrauliksysteme (siehe Sioux-City-Valve oben) genau diese Absicherung besonders wichtig macht.

Kernfunktionen

  1. Pitch-Attitude-Hold und automatische Pitch-Trimm (Höhenruder-Ausschlag bis 5°, passt automatisch das Höhenleitwerk an)
  2. Pitch-Attitude-Begrenzung (<10° im Sinkflug, <30° im Steigflug)
  3. Pitch-Rate-Damping (100 % oberhalb 20.000 ft, 30 % unterhalb 16.500 ft)
  4. Geschwindigkeitsschutz (greift, wenn Autopilot/Autothrottle nicht verfügbar)
  5. Stall-Schutz (greift bei 75–85 % des Stickshaker-Anstellwinkels)
  6. Pitch Attitude Protection (PAP) während der Rotation beim Start
  7. Positive Nose Lowering (PNL) nach Bodenspoiler-Ausfahrt bei der Landung

Deaktivierung: bei eingekuppeltem Autopilot, unterhalb 100 ft RA (außer PAP/PNL), bei Schräglage >30°, oder während manueller Trimmung.

Übersteuerbarkeit: unterhalb 1.500 ft reichen ca. 2 lbs Steuersäulendruck zum Übersteuern; 10–15 lbs während PAP/PNL; ca. 50 lbs zum Aufheben von Overspeed-/Stall-Schutz.

FLAP LIMIT AUTO/OVRD: zieht die Klappen automatisch ein, wenn die Geschwindigkeit für 22–50°-Klappenstellungen 175 kt überschreitet. Yaw Damper: sorgt für Kurvenkoordination und Dutch-Roll-Dämpfung, durchgehend aktiv außer beim Autoland-Lokalizer-Tracking, Flare und Triebwerksausfall-Flug.

Pressurization & Anti-Ice

Druckkabine

Beim Start (Slats ausgefahren) presst sich die Kabine auf 100 ft unter der Startflughafenhöhe vor; sinkt das Flugzeug vor Erreichen der Reiseflughöhe unter 5.000 ft, kehrt der Wert zur Abflughöhe zurück. MANUAL LDG ALT erlaubt die Eingabe der Ziel-Feldhöhe, falls sie nicht aus der FMS-Datenbank verfügbar ist.

DITCHING-Schalter: steuert die Entlastungsrate und versiegelt Lufteinlässe gegen Wassereintritt. ON hält die aktuelle Kabinenhöhe während des Sinkflugs; bei 2.500 ft oder <0,5 PSID schalten Packs/Bleeds ab, TAWS wird gesperrt, die Avionik-Venturi schließt, das Outflow Valve öffnet, die Ram-Air-Türen schließen. Bei 1.000 ft schließt das Outflow Valve wieder.

Anti-Ice-System

Umfasst Triebwerk, Flügel, Leitwerk und Windschutzscheibe — bei Bedarf sollten alle gemeinsam eingeschaltet werden.

Vereisungsbedingungen
Am BodenOAT ≤ 6 °C UND (sichtbare Feuchtigkeit ODER OAT/Taupunkt innerhalb 3 °C ODER Schnee/Matsch/Eis/stehendes Wasser auf Rollwegen)
Im FlugTAT ≤ 6 °C UND (sichtbare Feuchtigkeit ODER OAT/Taupunkt innerhalb 3 °C ODER ICE-DETECTED-Alarm ODER sichtbarer Eisansatz)

Triebwerks-Hochlauf (GE): 60 % N1 für 30 Sekunden vor dem Start bei Enteisungsnutzung während Bodenvereisung, bzw. nach >30 Min. Bodenbetrieb (alle 30 Min. wiederholen). Pratt & Whitney: kurzer Hochlauf auf mind. 50 % N1, alle 15 Minuten am Boden.

WINDSHIELD-ANTI-ICE HIGH/NORM: NORM ist Standard, HIGH nur bei unzureichender Enteisungswirkung in NORM. Die Windshield-Defog-Funktion sollte während des gesamten Flugs eingeschaltet bleiben.

Forward Overhead (Beleuchtung)

WINDSHLD WIPE: OFF (Parkstellung vertikal), SLOW, FAST — für Kapitän und Ersten Offizier unabhängig; Betrieb auf trockener Scheibe nicht empfohlen. EMER LT: OFF (normal am Boden, Batterien laden), ARM (normal im Flug, Lichter aktivieren sich automatisch bei Stromausfall), ON (Bodentest).

LDG LT (L/R): RET (eingefahren, aus), EXT OFF (ausgefahren, aus), EXT ON (ausgefahren, an). NOSE LT (nur bei ausgefahrenem Bugfahrwerk): OFF, TAXI (reduzierte Intensität), LAND (volle Intensität).

NO SMOKE und SEAT BELTS-Schalter jeweils ON/AUTO/OFF — AUTO aktiviert bei Kabinendekompression (>10.000 ft) bzw. bei Fahrwerk/Klappen ausgefahren, inklusive Kabinengong. NAV steuert die Positionslichter (rot/grün Flügelspitzen, weiß hinten). BCN steuert Blitzlichter oben/unten. HI-INT aktiviert zusätzliche Erkennungslichter an den Flügelspitzen (blinkend mit den Anti-Kollisions-Lichtern).

TEIL 3

Pedestal

Auto Brake & Slat Stow

Auto Brake System

AUTO-BRAKE-Wahlschalter
OFFABS inaktiv, manuelles Bremsen verfügbar
T.O.Maximale Bremsung (System 1+2) bei Spoiler-Ausfahrt beim Startabbruch über 100 kt; unter 100 kt minimale Bremsung
MIN / MED / MAXGewählte Stufe greift bei Spoiler-Ausfahrt zur Landung, sofern ABS armiert ist

Kuppelt sich am Boden ein Autoland-Landemodus ein, entwaffnet sich das ABS automatisch (Disarm-Leuchte an). ANTI-SKID OFF deaktiviert den Anti-Skid manuell. AUX HYD PUMP 1 (blau) beaufschlagt System 3 und versorgt damit Bremssystem 2, falls dessen Druck verloren geht. Das BRAKE-SYS-HYD-PRESS-Messgerät zeigt zwei Zeiger für die Bremssysteme 1 und 2.

Slat Stow (amber)

Deaktiviert die Slat-Ausfahrfunktion, wenn der Flap/Slat-Hebel in Einfahrstellung steht. Zeigt „NO SLATS" auf dem PFD, sobald der Hebel >3° steht. Drücken bei eingefahrenen Slats und ausgefahrenen Klappen fährt die Slats wieder aus.

Throttle Quadrant

PARK-BRAKE-Hebel: nach hinten ziehen setzt die Parkbremse voll (hält Druck aus System 1+2). PARK-Leuchte (amber) an, solange gesetzt.

LONG-TRIM-Hebel: mechanische Direktsteuerung des Höhenleitwerks, übersteuert den Autopiloten — außer bei Dual- oder Single-Land-Modus. Beide Hebel müssen zusammen bedient werden.

Spoiler-Hebel

Federbelastet auf Einfahrstellung. Nach oben ziehen armiert die Automatik (rote „ARM"-Markierung sichtbar).

  • Automatisch beim Startabbruch: Bodenspoiler fahren aus, sobald die Bodengeschwindigkeit unter 80 kt liegt und zwei Schubhebel im Umkehrschub stehen; über 80 kt genügen zwei Schubhebel auf Idle.
  • Automatisch bei der Landung: bei ≥30° Klappen bewegt sich der Hebel bei Haupt­rad-Spin-up auf zwei Drittel, bei Bugrad-Bodenkontakt ganz nach vorn.
  • Manuell als Speed Brake (nach hinten ziehen bei gedrücktem „T"-Griff): 1/3 = alle fünf Spoiler auf 10°, 2/3 = 20°, FULL = 30°.
  • Manuell als Ground Spoiler (nach oben und hinten ziehen): verriegelt die Position, erst nutzbar nach Bugfahrwerk-Kompression bei der Landung.

Flap/Slat-Hebel

Nach hinten ziehen engagiert die Startraste (10°–25°, per Daumenrad wählbar). Über die 28°-Go-Around-Raste hinaus erreicht man die Landerasten (35° oder 50°). Position 0°/EXT fährt nur die Klappen ein, ohne die Slats einzufahren; die Raste FLAP UP/SLAT RET fährt zusätzlich die Slats ein.

ENG-START-Schalter (amber, 3×): Ziehen aktiviert die Anlasserspule und öffnet das Anlasser-Luftventil; bei ca. 45–52 % N2 springt der Schalter selbstständig zurück. FUEL-Schalter (rot, 3×): versorgt Kraftstoffdosiereinheit und Absperrventil; leuchtet rot bei Triebwerksbrand/-test.

Transponder & Notsteuerungen

Transponder

Modus-Wahlschalter: STBY (versorgt, antwortet nicht auf Bodenabfrage), XPNDR (antwortet), TA ONLY, TA/RA, ALT RPTG OFF (Höhenübermittlung aus — Standard im Cold-&-Dark-Zustand, für VATSIM Mode C aktivieren). ABV/BLW-Wahlschalter: ABV zeigt Verkehr 9.900 ft über/2.700 ft unter der eigenen Höhe, N zeigt ±2.700 ft, BLW zeigt 9.900 ft unter/2.700 ft über.

Notsteuerungen

Manueller Fahrwerks-Ausfahrgriff: löst die Fahrwerksverriegelung, um ohne Hydraulikdruck auszufahren. Air Driven Generator (ADG) Griff: fährt einen propellergetriebenen Generator für Not-Strom bzw. -Hydraulik aus.

Beide Notgriffe benötigen zwei schnelle Klicks/Betätigungen, um versehentliches Auslösen zu verhindern.
TEIL 4

QRH & Extended Simulation

Wie das QRH aufgebaut ist

Das Quick Reference Handbook (QRH) ist das Notfall-Nachschlagewerk: Es hilft, bei einer Störung schnell die passende Checkliste zu finden, gegliedert nach Bordsystem (Anti-Ice, Hydraulik, usw.) mit Checklisten für die jeweils möglichen Probleme.

Konventionen im QRH

  • Nummerierte Schritte: direkte Handlungsanweisungen — System, Aktion, neue Stellung.
  • NOTE: zusätzlicher Kontext, keine direkte Handlung.
  • WARNING/CAUTION: kritische Sicherheitshinweise zu Schaden oder Verletzungsrisiko.
  • SKIP: bedingte Anweisung, unter bestimmten Umständen überspringbar.
  • EVENT: Aufforderung, zu pausieren und auf eine bestimmte Bedingung zu warten, bevor es weitergeht.

Dieses systematische Format soll verhindern, dass unter Stress Schritte übersprungen werden.

Extended Simulation (XS)

Die MD-11 Extended Simulation (XS) ist eine eigenständige Begleit-App, die über die normale Simulator-Funktionalität hinausgehende Trainingsmöglichkeiten bietet (Fehlersimulation, Wartung, Multi-Crew-Funktionen). Sie kommt mit dem XS/Docs-Paket, ein Desktop-Shortcut wird angelegt; die App verbindet sich automatisch und periodisch mit dem Simulator.

Verbindungsstatus (Ecke unten rechts)
Rotvom Simulator getrennt
Gelb (pulsierend)mit Simulator verbunden, aber nicht im MD-11
Grün (pulsierend)aktiv im MD-11 unterwegs

Empfehlungen für den Einstieg: mit leichten Störungen beginnen, um deren Wirkung zu verstehen (dabei das QRH danebenlegen); die meisten Wartungsaktionen brauchen das Flugzeug am Boden; Verschleißmuster von Komponenten beobachten; bedingte Ausfälle für realistische Szenarien nutzen (z.B. Triebwerksausfall in einer bestimmten Flugphase); Mobilzugriff ermöglicht koordinierten Mehrcrew-Betrieb mit verteilten Systemzuständigkeiten.

TEIL 5

Quick Reference

Normal Checklist — Kurzfassung

Kompletter Ablauf mit Kontext: siehe den Erster-Flug-Guide — hier nur die Checklisten-Kernpunkte je Phase.

Cockpit Entry

Weather Radar off, Fuel Switches off, Parkbremse gesetzt/Chocks, Flap/Slat-Hebel oben, Gear Handle unten, Fuel-Dump-Schalter abgedeckt/aus, Manifold-Drain-Schalter abgedeckt/aus, Emergency-Power-Wahlschalter aus.

Preflight

Batterie-Aktivierung, Feuertest-Verfahren, IRU-Initialisierung, Hydraulik-Verifikation, Elektrik-Panel-Kontrolle, Klimaanlagen-Setup, Kraftstoffmengen-Test (Gesamtkraftstoff und je 10.500 in jedem Tank angezeigt), Display-Verifikation.

Before Start

APU: Start. FMS: initialisiert und geprüft. Gewichte, Wind, Bahnneigung, Temperatur, V-Speeds: bestätigt. IRS: NAV und ausgerichtet. Seatbelt-Zeichen: on. AUX HYD Pump 1: on. Engine Ignition: A oder B. Beacon Light: on.

Engine Start

Triebwerk 3 zuerst (Start-Schalter ziehen), Kraftstoff auf ON, N2 ≥ 15 % beobachten, Öldruckanstieg bestätigen, Zündung innerhalb ≤ 25 Sekunden, EGT prüfen, Start-Valve-Schluss bei 45 % N2 verifizieren. Stabilisierungsziele: N1 ≈ 20 %, EGT ≈ 400 °C, N2 ≈ 60 %. Für Triebwerk 1 und 2 wiederholen.

After Start

Engine Anti-Ice nach Bedarf, APU off, Flaps gesetzt, Flugsteuerung geprüft, Stab-Trim gesetzt, Taxi-Lights on.

Before Takeoff

EIS/Bugs verifiziert, Anti-Ice-Konfiguration (Wings off, Triebwerk nach Bedarf), Spoiler armiert, Autobrake auf RTO, Startkonfiguration bestätigt, NAV und PROF armiert, Autoflight on.

After Takeoff

Gear up, Spoiler entwaffnet, Autobrake verifiziert, Flaps/Slats oben und eingefahren, EAD ohne Alarme geprüft.

Höhenabhängige Punkte

Bei 10.000 ft: Landelichter aus, Sterile-Cockpit-Verfahren. Bei der Übergangshöhe: Höhenmesser auf STD, Dial-a-Flap auf 15° — jeweils umgekehrt beim Sinkflug.

Cruise

Farbcode: Pink = FMS-gesteuert, Weiß = FCP-Werte, Grün = Autoland-Annunciatoren (LOC, GS, DUAL LND). Sinkflug-FMS-Setup erfolgt bereits während des Reiseflugs.

Before Landing

Gear down, Flaps/Slats nach Bedarf, Spoiler armiert, Fehlanflughöhe gesetzt.

After Landing

Umkehrschub eingefahren, Lichter aus, Klappen eingefahren, Spoiler unten, Stabilizer-Trimm 3° nose-up, Wetterradar aus, APU gestartet.

Parking & Shutdown

Parkbremse gesetzt, Kraftstoffschalter aus, alle Systeme schrittweise gesichert, zuletzt Batterie aus.